Ereignisgesteuerte Architektur (2) – SAP Event Mesh: eine Fallstudie

Henning Sanders

Einführung

In unserem ersten Artikel der Reihe „Ereignisgesteuerte Architektur“ haben wir versucht, die Grundkonzepte eines Ereignisses (Events) zu erklären, die Vorteile einer Event-Driven Architecture aufzuzeigen, und sind dabei auch auf das Tool SAP Event Mesh eingegangen.

In diesem Artikel wollen wir nun anhand eines konkreten Beispiels zeigen, wie ein solches Ereignis in einem Geschäftsprozess genutzt werden kann.

Case Study – Das Rechnungserstellungsereignis

Case Study

Für unsere Case Study haben wir uns eines der wichtigsten Ereignisse herausgesucht: die Erstellung einer Rechnung – für jedes Unternehmen eine überlebenswichtige Tätigkeit.

Die Rechnungserstellung löst unterschiedliche Folgeaktionen aus. Eine mögliche Folgeaktion wäre, den Kunden zu informieren, dass er seine Rechnung in einem Kundenportal abrufen kann. Eine andere Möglichkeit wäre, das Geld über einen Payment-Service-Provider (PSP) einzuziehen, da die Leistung in den meisten Fällen bereits erbracht worden ist.

Man kann die Liste der möglichen Folgeaktionen noch deutlich erweitern – was aus den Beispielen aber klar wird: Die Rechnungserstellung soll in der Regel mehr als nur eine Aktion auslösen.

Das Billing Document im SAP

Das Standardrechnungserstellungsereignis ist von der Grundstruktur her überschaubar – es enthält zunächst nur die Basisinformationen.

Darauf können zwar erste Filterungen stattfinden (z. B. ob es sich um eine Gutschrift oder eine Rechnung handelt), aber um z. B. eine aussagekräftige E-Mail zu versenden, müssen über den Schlüssel (die Rechnungsnummer) weitere Informationen aus der Datenbank gezogen werden. Mehr dazu später.

Vorteile des SAP Event Mesh

Bleiben wir bei unserem Beispiel: Wir möchten zwei Folgeaktionen auslösen, sobald eine Rechnung erstellt wurde:

  1. Dem Kunden soll eine E-Mail geschickt werden, dass er seine Rechnung abrufen kann.
  2. Dem PSP soll mitgeteilt werden, dass er das Geld vom Kunden einziehen kann.


Im SAP Event Mesh können wir zwei Queues anlegen, die sich auf das Topic „Billing Document Creation“ subscriben. Das S/4-Event wird nun an das Event Mesh gesendet, das es an die Queues verteilt, die dem Topic subscribed sind.

Beide Queues können dann unterschiedliche Empfänger bedienen:

  • Queue 1: z. B. ein Tool oder eine Middleware, die die E-Mail an den Kunden verschickt.
  • Queue 2: ein System, das den PSP anspricht.


Das ist ein großer Vorteil, da wir bei kurzzeitiger Nichtverfügbarkeit eines Empfängers trotzdem nicht blockiert sind. Mit der Standardintegration aus dem S/4 in Richtung Event Mesh haben wir zudem nur einen minimalen Konfigurationsaufwand.

Folgeaktionen des Ereignisses

Das Ereignis selbst reicht natürlich nicht aus, um beispielsweise eine aussagekräftige E-Mail zu verschicken. Deshalb greifen wir in den meisten Fällen über APIs auf SAP S/4 zu, um die benötigten Informationen – wie den Namen, den Rechnungsbetrag oder weitere relevante Daten – abzurufen.

Hierfür hat sich SAP Cloud Integration (CI) in zahlreichen Projekten als zuverlässige und leistungsstarke Plattform bewährt. Mithilfe der Rechnungsnummer als Schlüssel rufen wir alle benötigten Daten via OData API ab und übergeben sie gebündelt an die Folgeaktion, etwa ein E-Mail-Versandtool.

Mit diesen aufbereiteten Daten kann die gewünschte Aktion sofort ausgeführt werden – in unserem Beispiel der Versand einer personalisierten E-Mail an den Endkunden. Dank der ereignisgesteuerten Architektur geschieht das automatisch und in nur wenigen Sekunden.

Fazit und Ausblick

Wir haben in den letzten Jahren sehr positive Erfahrungen mit der ereignisgesteuerten Architektur gemacht. Ein Kunde von uns hat seine Systemlandschaft mittlerweile nahezu vollständig auf dieses Prinzip umgestellt.

Die Architektur lässt sich leicht im Standard aufsetzen und bietet – im Zusammenspiel mit SAP Event Mesh und SAP CI – ein enormes Skalierungspotenzial, das zudem einfach zu warten ist.

Falls wir Ihr Interesse geweckt haben, sprechen Sie uns gerne an – wir führen jederzeit Demos auf unseren internen Systemen durch.

Interesse geweckt?

Sie möchten mehr über Event-Driven Architecture im SAP-Kontext erfahren? Sprechen Sie uns gerne unverbindlich an.

Wir unterstützen Sie beim Wissensaufbau – sei es im Rahmen eines Enablement-Workshops oder bei der Einführung und Umsetzung Ihrer ereignisgesteuerten Integrationsstrategie.

Interessiert an Event-Driven Architecture im SAP-Umfeld?

Wir unterstützen Sie beim Wissensaufbau – ob mit Enablement-Workshops oder bei der Umsetzung Ihrer ereignisgesteuerten Integrationsstrategie.

Kontaktieren Sie uns heute!

Das könnte Sie auch interessieren...