Henning Sanders
Einführung
In unserer Artikelreihe „Herausforderungen im Omnichannel-Bereich“ stellen wir typische Fragestellungen dar, mit denen sich Retailer tagtäglich auseinandersetzen. Wir erläutern deren Ursachen und zeigen auf, wie Cloud-Produkte der SAP dazu beitragen können, diese Herausforderungen zu lösen.
In unserem ersten Artikel beschäftigen wir uns mit dem Thema „Überverkäufe“.
Was ist ein Überverkauf?
Überverkäufe entstehen, wenn mehr Ware verkauft wird, als tatsächlich verfügbar ist. Für Retailer bedeutet das, dass sie entweder Bestellungen stornieren oder zusätzliche Ware beschaffen müssen – beides verursacht Verzögerungen und Unzufriedenheit. In jedem Fall ist eine Kundenkommunikation erforderlich, die oft mit Enttäuschungen verbunden ist. Deshalb gilt: Überverkäufe sind unbedingt zu vermeiden, da sie nicht nur internen Mehraufwand verursachen, sondern auch das Vertrauen der Kunden gefährden.
Wie entstehen Überverkäufe im Handel?
Zeitverzögerungen bei Bestands-Updates sind eine der Hauptursachen für Überverkäufe. Retailer bieten ihre Bestände in der Regel gleichzeitig auf verschiedenen Vertriebskanälen an – etwa auf Marktplätzen, den eigenen Webshops oder im stationären Geschäft. In den wenigsten Fällen wird der verfügbare Bestand dabei kanalgenau reserviert, sondern überall parallel angeboten.
Daraus ergeben sich Herausforderungen bei der Synchronisation des Bestands. Wird beispielsweise allen Webshops gemeldet, dass noch ein Artikel verfügbar ist, und zwei Kunden legen diesen zeitgleich in unterschiedlichen Shops in den Warenkorb, geht zunächst jeder Shop davon aus, er könne das letzte Exemplar verkaufen. Schließen beide Kunden ihre Bestellungen ab, entsteht im ERP-System eine Lücke: zwei Aufträge stehen nur einem Bestand gegenüber.
Überverkäufe entstehen zudem häufig, wenn Filialbestände online angeboten werden. So kann ein Kunde das letzte verfügbare Produkt bereits im Einkaufswagen haben, ohne dass ein bestandsführendes System dies in Echtzeit registriert. Hinzu kommt, dass POS-Daten oft nur in zeitlichen Abständen verarbeitet werden.
Überverkäufe sind unbedingt zu vermeiden, da sie nicht nur internen Mehraufwand verursachen, sondern auch das Vertrauen der Kunden gefährden.
Henning Sanders – Team Lead Omnichannel Solutions bei RBOmnishore
SAP OMSA – die Lösung der SAP
Wie bereits erwähnt, liegt die Hauptursache für Überverkäufe in Zeitverzögerungen bei der Bestandsführung. Um dies zu vermeiden, braucht es eine zentrale Instanz, die von allen verkaufenden Systemen in Echtzeit abgefragt wird, bevor ein Verkauf zugelassen wird. Ist der Bestand erschöpft, kann dem Kunden so direkt angezeigt werden, dass das gewünschte Produkt nicht mehr verfügbar ist.
Die Antwort der SAP darauf ist das Industry-Cloud-Produkt SAP Order Management for Sourcing and Availability (OMSA). SAP OMSA führt Bestände zentral zusammen, indem alle bestandsführenden Systeme ihre Daten dorthin übermitteln. Verkaufende Systeme können dann per API-Call prüfen, ob Bestand vorhanden ist, und diesen gleichzeitig reservieren. Häufig wird der Zeitpunkt des „In-den-Warenkorb-Legens“ für die Reservierung genutzt. In unserem Beispiel bedeutet das: Sobald Kunde A den Artikel in den Warenkorb legt, ist dieser für Kunde B blockiert – selbst wenn dieser nur einen Bruchteil einer Sekunde später klickt.
Zusatzfunktionen: Lieferzeiten anzeigen und SAP OSTA integrieren
Darüber hinaus bietet SAP OMSA die Möglichkeit, Lieferzeitpunkte zu ermitteln und anzuzeigen. Diese ergeben sich aus dem Verfügbarkeitsdatum des Produkts und der erwarteten Lieferzeit zum Endkunden. Das entsprechende Datum kann direkt auf der Produktdetailseite, im Warenkorb oder auch in einer E-Mail kommuniziert werden.
Um den Zeitversatz bei POS-Verkäufen auszugleichen, bietet die SAP eine Integration von SAP OSTA mit SAP OMSA an. Dabei werden POS-Verkäufe in Echtzeit bei OMSA reserviert, selbst wenn die Buchung im ERP-System noch nicht abgeschlossen ist. Diese Funktion ist besonders interessant, wenn geplant ist, auch Filialbestände online anzubieten.
Fazit und Ausblick
Mit SAP OMSA bietet die SAP eine effektive Antwort auf das Problem der Überverkäufe. Durch den zentralen Einsatz über alle Vertriebskanäle hinweg können Überverkäufe vollständig vermieden werden – vorausgesetzt, die gemeldeten Bestände sind korrekt.
Interesse geweckt? Wie wäre es mit einer Demo?
Möchten Sie mehr über SAP OMSA erfahren? Kontaktieren Sie uns unverbindlich – wir zeigen Ihnen die Lösung gerne live in unserem Demosystem.
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