Kai Heinricy
Einführung
Auch wenn SAP Customer Checkout (CCO) im Standard einen großen Funktionsumfang bietet, gibt es im Retail immer wieder individuelle Prozessanforderungen, die über die Standardfunktionen hinausgehen. Genau dafür stellt SAP ein offenes Erweiterungskonzept bereit – sowohl in der Kasse selbst als auch im Customer Checkout Manager (CCOM).
So lassen sich kundenindividuelle Funktionen, Integrationen und UI-Anpassungen wartungssicher und releasefähig umsetzen.
Wie kann eine POS-Anforderung aussehen?
Typische Erweiterungswünsche aus Filialen und Commerce beinhalten unter anderem:
- Zusätzliche Beleginformationen oder QR-Codes auf dem Bon
- Integrationen zu Drittsystemen (CRM, Payment, Partnerlösungen)
- Neue POS-Funktionen wie Pfandrücknahme, Gutscheinprüfung und Altersverifikation
- UI-Erweiterungen zur Prozessoptimierung im Tagesgeschäft
- Special Promotions, die nicht standardisiert abbildbar sind
- Filialspezifische Regeln oder Workflows
Allen Anforderungen ist gemeinsam: Die Lösung muss am POS einfach, schnell und zuverlässig funktionieren.
SAP Customer Checkout – Plug-in-Konzept
Die Kasse bietet ein klar strukturiertes Plug-in-Framework mit folgenden Aspekten:
- Entwicklung in Java
- Zugriff auf Events und Business-Objekte (z. B. beim Scan oder Zahlungsabschluss)
- Erweiterung des Kassenlayouts sowie neuer Buttons und Dialoge
- Eigene Business-Logik für Rabattregeln, Belegaktionen etc.
- Wartungssicher, da SAP die Kompatibilität zwischen Releases sicherstellt
Dadurch laufen Plug-ins lokal in der Kasse und reagieren in Echtzeit. Sobald das Plug-in (JAR-Datei) aus dem Plug-in-Ordner entfernt wird, läuft die Kasse wieder im „Standard“. Dies ermöglicht eine sehr hohe Flexibilität im Tagesgeschäft.
SAP Customer Checkout Manager – API-Konzept
SAP CCOM stellt REST-basierte APIs bereit, unter anderem für:
- Synchronisation: Material, Kunden, Preise, Berechtigungen
- Transaktionsdaten: Versand an SAP S/4HANA oder Drittsysteme
- Administrative Funktionen (Filialsteuerung, Monitoring)
- Gift Cards, Loyalty und Coupons
Damit lassen sich beispielsweise Fremd-Loyalty-Systeme integrieren, externe Gift-Card-Plattformen anbinden und zentrale Kampagnenlogiken verbinden.
Plug-in-Management und Updates
Die Plug-in-Entwicklung bedarf etwas Know-how, um die Umgebung aufzubauen und die zu verwendeten Stellen zu identifizieren. Dies kann ein Mix aus Methodiken oder auch UI-Anpassungen sein. Generell ist es hier wichtig, den Standard im Auge zu behalten, um die Skalierbarkeit und Langlebigkeit von Plug-ins für zukünftige Feature Packs zu berücksichtigen.
Major Updates (Feature Packs) kommen in der Regel viermal im Jahr. Minor Updates auf Patchlevel-Ebene können pro Fix durch SAP bereitgestellt werden. Es gibt keine Hotfixes, sondern nur Patchlevel-Updates, und die Laufzeit eines Feature Packs ist den Richtlinien von SAP zu entnehmen.
Ebenso sollte SAP CCOM auf einem ähnlichen Stand wie CCO gehalten werden. Die APIs werden weiterhin unterstützt. Bei UI-Anpassungen kann es zu Änderungen kommen, daher sollten diese nur mit Bedacht eingesetzt werden.
Neues Produkt: RBO CCO Launchpad
Ein Plug-in muss mit dem Manifest (Plug-in-Version und Feature Pack) kompatibel sein. Wird eine Kasse auf ein neues Feature Pack angehoben, muss in der Regel das Plug-in-Manifest aktualisiert und die Datei physisch ausgetauscht werden.
Hierzu haben wir bei RBOmnishore die Lösung RBO CCO Launchpad entwickelt, um Plug-ins auf vielen Kassen zu monitoren, zu löschen und zu deployen – über ein zentrales System. Weitere Informationen zum CCO Launchpad finden Sie hier.
Fazit und Ausblick
Mit dem Plug-in- und API-Konzept bietet SAP Customer Checkout maximale Flexibilität bei gleichzeitiger Standardtreue. Das bedeutet:
- individuelle Erweiterbarkeit
- sichere Wartbarkeit
- Releasefähigkeit
- Eignung für internationale Retail-Prozesse
Zusammenfassend bleibt SAP CCO eine zukunftssichere Plattform zur Umsetzung moderner und individueller POS-Szenarien – cloudfähig und omnichannel-bereit.
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