SAP OMSA – Integration S/4HANA Backend mit SAP OMSA

André Dotzler

Henning Sanders

Einführung

Nachdem wir im ersten Teil unserer Artikelreihe eine grundlegende Einführung zu SAP OMSA gegeben haben, beleuchten wir in diesem Artikel die Standardintegration vom S/4HANA Backend mit SAP OMSA.

Das SAP OMSA benötigt sowohl die Produktstammdaten als auch die Bestandsdaten. Diese können entweder per APIs eingespielt werden (z.B., wenn non-SAP Systeme genutzt werden), aber auch per Standardintegration von SAP S/4HANA.

Die Standardintegration beschränkt sich hierbei auf das Senden von S/4HANA Werks- und Produktstammdaten sowie von Bestandsdaten. Diese müssen abhängig von der Änderungsfrequenz regelmäßig in das SAP OMSA eingespielt werden. So werden Werks- und Produktstammdaten häufig nur einmal initial eingespielt, während Bestandsdaten in regelmäßigen Intervallen (z.B. 10 Minuten) geupdatet werden müssen.

Die Standardintegration von S/4HANA und SAP OMSA bezieht sich rein auf den Austausch von Stamm- und Bestandsdaten. Eine Integration der Funktionen Availability Check oder Sourcing, z.B. bei Anlage eines Auftrags seitens des S/4HANA Richtung SAP OMSA, ist im Standard nicht vorgesehen. Sollte dies benötigt werden, muss dies aktuell über eine Eigenentwicklung abgedeckt werden.

Systemarchitektur

Das S/4HANA System verbindet sich nicht direkt mit dem SAP OMSA System, sondern mit der Data Ingestion von SAP. Diese ist mit SAP OMSA verbunden und leitet notwendige Daten an letzteres weiter. Grundsätzlich werden zunächst sämtliche Daten, wie beispielsweise Produktstammdaten, geteilt. Die Data Ingestion filtert die für das jeweilige Industry Cloud Tool – in unserem Fall OMSA – benötigten Daten heraus. Die Idee der SAP ist dabei, dass perspektivisch die Data Ingestion mit mehreren Industry Cloud Tools verbunden werden kann. Das hat den Vorteil, dass seitens S/4HANA nur eine Verbindung Richtung Data Ingestion aufgebaut werden muss.

Welche Stamm- und Bestandsdaten werden seitens S/4HANA geteilt?

Das S/4HANA verfügt im DRFOUT Customizing über Standard-Outbound-Implementierungen, die per RFC mit der Data Ingestion geteilt werden können:

  • CIC_ATP: Teilt den aktuellen ATP-Snapshot mit dem SAP OMSA System. Dieser beinhaltet auch zukünftige Verfügbarkeiten, abhängig von den Customizing-Einstellungen der Verfügbarkeitsprüfung.
  • CIC_INV_SN: Inventur-Snapshot. Übermittelt den aktuellen Bestand ohne Verfügbarkeiten.
  • CIC_Plant: Teilt die Werke mit SAP OMSA. Diese werden dort zwingend benötigt.
  • CIC_Prod: Teilt die Stammdaten von Produkten.
  • CIC_UOM: Teilt sämtliche Maßeinheiten mit SAP OMSA.

Wie setze ich meine Versorgung mit der Data Ingestion am besten auf?

Die initialen Stammdaten müssen einmal über die Initialversorgung mit der Data Ingestion geteilt werden. Später bietet sich eine Änderungsversorgung an, die über einen Änderungszeiger läuft. So werden nur die Daten geschickt, die verändert wurden. Dies sollte über einen Job eingeplant werden, welcher pro Datenobjekt eingestellt wird.

Die Verarbeitungszeit auf Seiten der Data Ingestion liegt momentan noch bei ca. 10 Minuten, was für die Produkt- und Werksstammdaten kein Problem ist. Jedoch sollte dies in Bezug auf Inventarstammdaten berücksichtigt werden, da auch diese 10 Minuten benötigen, bis sie im SAP OMSA verfügbar sind.

Fazit und Ausblick

Mit dem DRFOUT Framework bietet SAP eine einfache Integrationsmöglichkeit innerhalb des SAP-Standards, um Stamm- und Bestandsdaten mit der SAP OMSA auszutauschen. Diese ist einfach und schnell mit Hilfe von Customizing aufgesetzt und kann auch für andere Industry Cloud Tools genutzt werden.

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